Wenn das Auge dem Lernen im Weg steht

Fortbildung „Fehler muss man sehen können“ an der Henry-Benrath-Schule: Dr. Heike Schuhmacher, Allgemeinmedizinerin und Orthoptistin Bad Homburg, erklärte den Zusammenhang zwischen Wahrnehmungsstörungen und Lese-Rechtschreib-Problemen

Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben seien nicht immer eine Frage von Fleiß oder Begabung. Die Ursache liege nicht selten dort, wo kaum jemand nachsieht: in der Wahrnehmung selbst, so Dr.Schuhmacher.

Diesem Thema widmete sich am 20. Oktober 2026 die Fortbildung „Fehler muss man sehen können“ an der Henry-Benrath-Schule (HBS) in Friedberg. 80 Lehrkräfte aus zwölf Schulen im Wetteraukreis und im Hochtaunuskreis nahmen teil. Vertreten
waren sowohl Grundschulen als auch weiterführende Schulen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Schulleitung und Beate Saßmann, Koordinatorin für das Fach Deutsch an der Henry-Benrath-Schule.

Als Referentin konnte Frau Dr. med. Heike Schuhmacher aus Bad Homburg, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Orthoptistin, gewonnen werden, die auf neurophysiologische und neuropsychologische Diagnostikverfahren und Therapie von Wahrnehmungsstörungen spezialisiert ist. Anschaulich zeigte Dr. Schuhmacher, wie komplex der Weg der Informationsverarbeitung vom Auge oder Ohr ins Gehirn ist. Obwohl z.B. die Sehschärfe unauffällig ist, können sich Defizite in der visuellen Wahrnehmung zeigen, die das beidäugige Sehen, die Steuerung der Augenbewegungen oder die zentrale Verarbeitung visueller Reize im Gehirn betreffen. Dr. Schuhmachers zentrale Botschaft: Erkennen Eltern und Lehrkräfte diesen Zusammenhang zwischen visueller und auditiver Wahrnehmung und Lernen, lassen sich vermeintlich unerklärliche Lernprobleme durch eine differenzierte Diagnostik abklären und gezielt therapieren.

Den Anstoß zu der Fortbildung gab eine Sitzung des Schulverbunds im Wetteraukreis. Die hohe Teilnehmerzahl spiegelt nicht nur das Interesse an der Thematik wider, sondern auch den Bedarf an fundierter Information. Lese- und Rechtschreibschwächen bilden sich im Verlauf der Schulzeit nicht zwangsläufig zurück. Wird die Ursache einer Lese-Rechtschreibschwäche nicht erkannt, kann der Lernerfolg in der Schule erheblich beeinträchtigt werden und Bildungschancen entscheiden.

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